Synagoge Friedhof Lehrpfad

Lehrpfad

Nach der Vertreibung aus nahezu allen größeren Städten im 15./16. Jahrhundert verlagerte sich der Schwerpunkt jüdischer Existenz auf kleine Landgemeinden. Im heutigen Franken begünstigte besonders die Fülle unterschiedlicher Territorien und die große Zahl von Herrschaftsgebieten der reichsfreien unmittelbaren Reichsritterschaft mit dem Recht, Juden anzusiedeln, die Entstehung jüdischer Gemeinden. Im heutigen Unterfranken lebten um 1800 rund 13.000 Juden in 146 Ortschaften, davon 71 Prozent auf Territorien der Reichsritterschaft. Allein im Landkreis Haßberge finden sich an 29 Orten Spuren jüdischer Gemeinden, Siedlungen oder Friedhöfe. Einige Gemeinden lösten sich selbst bereits im 19. Jahrhundert wegen zu geringer Mitgliederzahlen auf, die meisten wurden in der Schoa zerstört. Nach 1945 kam es zu keiner Neugründung im Landkreis. Karte (pdf 990 KB)

Jüdische Spuren im Landkreis Hassberge

[ Jüdische Spuren im Landkreis Hassberge ]

Unterschiedlich gut erhaltene Synagogen, Ritualbäder, Schulen und Friedhöfe machen die lange und wechselvolle Geschichte der Juden im Landkreis Haßberge vor Ort erfahrbar. In Anbindung an den Burgenlehrpfad des Landkreises ist daher ein "Lehrpfad zum fränkischen Landjudentum in der Region" (Arbeitstitel) geplant - als Angebot an Schulen für die Gestaltung thematisch orientierter Wander- oder Projekttage. Die Konzeption und Gestaltung des Lehrpfades wird wieder gemeinsam mit SchülerInnen erfolgen.